Reisetagebuch

19 Vanuatu Juli bis Oktober 2014

Vor der Unabhängigkeit 1980 hieß das Land "Neue Hebriden". Die letzten Kannibalen legten hier um 1960 ihr Besteck zur Seite. Vanuatu heißt übersetzt "unser Land". Hier findet man noch Südsee-Romantik, leuchtend grüne Regenwälder, phantastische Strände und Buchten, Korallen besetzte Riffe, tolle Tauchspotts wie Million Dollar Point und das Wrack der SS President Collidge, so elegant wie die Titanic, die im 2. Weltkrieg hier auf Mienen lief. Siehe Bilder und Text in der Galerie von 19 bis 082.

Wasserfälle, die mit zu den höchsten der Welt zählen, aktive Vulkane auf denen man direkt in die brodelnde rotglühende Lava schaut, ein Pflanzenreichtum mit über 160 Orchideen-Arten. Es leben hier insgesamt ca. 200.000 melanesische Einheimische, meist in kleinsten Siedlungen, mit circa 120 Sprachen. 2 Orte weiter kann man sich schon nicht mehr verständigen. Bislama, ein Pidgin Englisch, ist heute die Landessprache. Viele haben sich der ursprünglichen Lebensform verschrieben. Im Innern der Insel Malekula leben noch ziemlich isoliert und - entwicklungsgeschichtlich gesehen - auf Steinzeit Niveau die Stämme der Big und Small Nambas. Die Frauen tragen lediglich Baströcke, und die Kleidung der Männer beschränkt sich auf Hüllen für den Penis: je nach Größe wickeln die Gruppen der Small Nambas aus einem Blatt der getrockneten Bananenblätter, die Big Nambas nehmen das Pandanuß-Blatt für ihren Penis (siehe Bilder 19-08 bis 13).

In Luganville Hospital wollte man mir meine Zahnarzt-Zulassung in wenigen Tagen besorgen, was hier Insel time bedeutet.

Auf Malekula haben wir dann das Glück, an einem Kastom-Fest teil nehmen zu können. War in jeglicher Hinsicht sehr beeindruckend.

Weiter ging es an Espiritu Santo entlang über Oyster Island mit den beiden großen Blue Holes (Süßwasser See) bis Port Olry. Von da dann in die Banks Inselgruppe im Norden. Auf der Insel Gaua (Karte Bild 19-02) hatten wir nochmals die Möglichkeit, einem mehrtägigen örtlichen Kastom-Fest beizuwohnen (Bilder 19-52 bis 19-66), behandelten da viele Schmerzfälle, schwammen in wilden Wasserfällen, stiegen tief in caves (Höhlen), erkundeten das Innere der Inseln, fanden überall nur nette, freundliche Menschen mit einem wahren Lächeln im Gesicht. Auch unter Wasser war es abwechslungsreich an tollen Riffen und Korallengärten mit bunten Fischen. Hier im Norden war das einzige Manko, dass es vereinzelt große Salzwasser-Krokodile gibt, die keinen Spaß verstehen. Die beißen gleich zu.

Über Insel Maewo, Ambae mit dem Touristik und Technik Training Center (09-42 bis 47), wo viele Schüler untersucht und behandelt wurden, ging es über Pentecost mit seinen schönen Wasserfällen, Pools, Höhlen und Blumenpracht zurück nach Luganville, Malekula und weiter zur Hauptstadt Port Villa (40.000 Einwohner). Hier nahmen wir den Absprung nach New Caledonien, wo in der Nacht eine Monsterwelle uns beide Segel und das Trampolin-Netz auf dem Vordeck zerriss (Bild 19-94 bis 96). Mehrere Stunden in der Nacht Knochenarbeit auf dem ungesicherten Vordeck, um alles zu bergen. Bei Regen und Starkwind fuhren wir durch den Havannah Pass, der oft über 6 kn Strömung hat, und erreichten am späten Nachmittag des 6.Oktobers Noumea, die Hauptstadt von New Caledonien. Siehe dazu dieBildserie 19 mit Text und Zahnklinik 2014.

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Track 14
         
© Dr. Michael Leppert