Reisetagebuch

21 Vanuatu-Kiribati-Marshall
August 2015 bis Juni 2016

Nach einer angenehmen Überfahrt von New Caledonien nach Vanuatu erreichten wir die südliche Insel Tanna mit ihrem spektakulären aktiven Vulkan, wo wir auch einklarieren konnten ( Karte Bild 21-002). In der geschützten Resolution Bay wurden wir gleich von Kanus besucht mit frischem Obst, Gemüse und Fisch.

Mit anderen dort angekommenen Segler ging es erst im offenen Pick-up 20 km auf Feldwegen, den Rest zu Fuß hinauf zum Vulkan. Es war schon sehr beeindruckend, die glühenden Lavabrocken weit über unsere Köpfe fliegen zu sehen, mit Rauch und Donner bei jeder Eruption. Besonders bei Dunkelheit hatte man den direkten Blick ins Innere der Erde mit der brodelnden Magma. Nachts traten wir den Rückweg an.

Tanna hat es beim letzten Zyklon (Hurrikan) im März 2015 mit am härtesten getroffen. Über Eromanga führte die Route nach Post Vila, der Hauptstadt, wo ich mir meine Zahnlizenz nach über 3 Monate Wartezeit in 2 Tagen organisierte.

Im Nordteil der Insel hatten wir Angler-Glück. Ein 2,8 m Sailfisch hing an der Leine und füllte zusammen mit einem stattlichen Thun unsere Tiefkühltruhe. Lecker!

Auch in Epi Island und Malekula waren viele Patienten. Auf Malekula werden noch über 100 Sprachen gesprochen so dass sich oft Nachbarorte, Clans meist unter 60 Personen, nicht verständigen können. Ebenso werden hier noch die alten Traditionen, Kulte und Religionen gelebt.

Über Luganville, Port Olry führte der Weg uns nach Gaua, wo man mich bat, ca. 40 Leute zu einem 8 sm entfernten Kirchenfest zu bringen. Knapp 2 Stunden mit dem Boot, zu Fuß aber 2 Tage. Hier waren wir die einzigen Fremde, aber man kannte uns noch vom Jahr zuvor.

In der Losalava Bay waren viele Kids der Schule zu untersuchen und Zähne zu reparieren. (Bilder in Zahnklinik 2015). Hier startete ich dann einen mehrstündigen Marsch zur Bank, um Geld zu tauschen. Ja, das imposante Bankgebäude hat geregelte Öffnungszeiten mit einem täglich neuen Zettel an der Tür (Bild 21-033/034).

Was in Deutschland als teure Delikatesse zählt, frische Langusten, sind hier ein Alltagsgericht. So wurden wir noch bei einigen Festen eingeladen, besuchten atemberaubende hohe Wasserfälle, wo man im darunter liegenden kleinen See sich die Erfrischung mit dicken großen Aale teilte.

Da eine Lichtmaschine den Geist aufgab, mussten wir nochmals zurück nach Port Vila, um die neue aus Hamburg schnell am Flughafen abzuholen. Da passierte es dann. Eine Hochspannungsleitung von Port Vila zur nahgelegenen Hotel-Insel Reriki hing wegen der Hitze tiefer durch als angegeben, wir blieben mit dem Masttop in den Drähten hängen, es gab einen fürchterlichen Knall, Blitz und Rauch, und die Insel war ohne Strom. Uns fehlte die gesamte Windmessanlage. 2 Tage später gingen die Lichter auf der Insel wieder an, kurz darauf kam die neue Messanlage aus New Zealand.

Blick ich durch die Lagune, hat der Zyklon im März hier volle Arbeit geleistet. Überall säumen Schiffswracks die Uferlinie (Bild 21-058/059). Nun war es Zeit nach Kiribati aufzubrechen. Das Wetterfenster zeigte im El Nino Jahr für die 1.000 sm annehmbares Wetter. Nach 7 Tagen kamen wir in Arorae, der südlichsten Insel von Kiribati, vor Sonnenaufgang an. Auf der Strecke hatten wir alles, von Flaute bis 45 kn in Squals. Dank der Hilfe meines Freundes George, dem High Commissioner von Australien in Kiribati, waren Sondergenehmigungen vom Präsidenten zum Einklarieren außerhalb Tarawa sowie die Zahnlizenz schon vorhanden.

Eine Lagune oder Ankerplatz existiert hier nicht. So kam der Atoll Polizist, klarierte mich provisorisch ein, gefolgt von fast 50 Patienten mit Booten. Behandelt wurde bis nach Sonnenuntergang, dann wurden die Segel gesetzt zum Atoll Tamana - auch ohne Ankermöglichkeit. Erst am 10. Tag nach Abfahrt in Vanuatu fanden wir Schlaf in der Lagune von Atoll Onotoa.

Dank unseres selbst erstellten Tracks vom letzten Jahr kamen wir in die unvermessene Lagune, wo wir in Tiefschlaf fielen. Bei nur 2 Personen an Bord bleibt bei so einer Tour nebst Zahnbehandlung nicht viel Schlaf. Nur alle paar Jahre verirrt sich mal ein Schiff hierher. Das Versorgungsschiff ankert weit draußen und transportiert die Ware mit kleinen Motorboote an den Strand.

Nach vielen Zahnbehandlungen, Inseltour und Einladungen ging es zu den Atollen Tabiteuea, Nonouti und Abemama, wo man Mariposa auch noch kannte. Himmel und Wind änderten sich rasch, nahe östlich und westlich bildeten sich 2 Zyklone, die es bei uns richtig pusten ließen. Alles wurde an Deck verzurrt, 3 weitere Anker klar gemacht, Mariposa lag über 6 m Sand von 3 Seiten geschützt. Zum Glück, die Zyklone änderten in 20 sm Abstand ihren Weg nach Süd. Wenige Tage später, inzwischen vereint, zerstörten sie Teile von Fiji.

So erreichten wir erst nach Neujahr Tarawa, die Hauptstadt von Kiribati mit 8.000 Einwohner. Über Abajang mit traditionellem Fest wie jedes Jahr, wenn wir kommen, ging es weiter nach Butaritari dem nördlichsten Atoll, von wo wir Anfang Februar 2016 den Absprung nach Marshall Majuro machten. Gerade mal schlappe 300 sm im El Nino Jahr, doch etwas heftigere See und Wind.

Von hier dann zu den uns bekannten Atolle nördlich, bis auf Atoll Likiep der Wassermacher seinen Geist aufgab. Hochdruckleitung gebrochen. Sprich zurück nach Majuro. Dort wurde dann improvisiert mit Hydraulik-Leitungen. Dem folgten genaue Schiffsuntersuchungen nach zum Teil ruppiger See. Einige Laminatverbindungen waren gerissen, das bedeutete, die Kabinen ausbauen, schleifen, neu laminieren, alles Rückbauen, Staub im ganzen Schiff. 1 Monat leben wie auf dem Schlachtfeld.

Mitte Juni wurde es Zeit, Segel zu setzen in Richtung West nach Micronesien. Etwas über 500 sm bis zum ersten Land von Micronesien, Kosrae. Im Prinzip war es wieder wunderschön, wir konnten vielen Patienten helfen, aber wir wollten mal was Neues sehen, was wir noch nicht kannten. Micronesien und Palau. Der Plan ist weiter Philippinen, Taiwan, Japan und über die Mariannen Inseln zurück nach Micronesien. Vermisst Ihr die Tauchbilder dieses Mal, liegt es daran, dass der Chip der Unterwasser-Kamera defekt ist. Es war aber auch so sehr zeitaufwändig von 4 Kameras aus 6.000 Bilder 200 auszusuchen und zu ordnen. Der nächste Bericht Micronesien Palau bringt dann viel Neues.

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Track 21
      
© Dr. Michael Leppert