Reisetagebuch

11 New Zealand (NZ) bis 06.2012

Dezember 2011 wird noch die Nordinsel von NZ bereist zwischen Whangarei, wo Mariposa im Stadthafen liegt, und Cap Reinga im Norden und Auckland im Süden. Karte: Bild 11-001. Herrliche Landschaften, Kauri Wälder mit Bäumen, die zum Umfassen 7 Personen benötigen. Das Kauri Museum ist auch einen Besuch wert. Die Maori, die Ureinwohner, bauten aus diesen Bäume seegehende Schiffe, später wurde von Einwanderer fast alles abgeholzt. Nun sind diese Restbäume geschützt.

Schnell kommt Weihnachten und mein Flug über Asien nach Deutschland, wo vieles zu erledigen ist. In Gaggenau bin ich wieder bei meinen Freunden Jürgen und Traudel zu Hause, dauernd auf Achse, Deutschland, Schweiz, Österreich, und finde erst in den letzten Tagen Zeit für einen medizinischen Check. 3 Tage vor dem Abflug stellt man fest, dass ein Herz-Kranz-Gefäß fast verschlossen ist, am nächsten Tag schon auf dem OP-Tisch in Lahr in der Herzklinik für Stents. Da es in Deutschland doch recht frisch war, saß ich eine Woche später im Flieger nach NZ, wo der Südsommer herrschte, was ich für meine Reha als besser betrachtete. Dazu mietete ich mir ein Wohnmobil, flog zur Südinsel von NZ, um meine selbst verordnete Wohnmobil-Rehabilitation zu beginnen.

In Christchurch übernahmen wir das "neue Zuhause". Das war bis 2010 die Metropole der Südinsel bis das Erdbeben kam. Die gesamte Innenstadt ist seitdem gesperrt und wird abgerissen. Zu viele Bauschäden. Auf Bild 11-017 ist die Karte mit der Route eingezeichnet. Erst geht esan der Ostküste entlang nach Süden, dann einen Schlenker nach Westen über Lake Pukaki zum El Tasman Gletscher, die östliche Seite vom Mount Cook, zurück am Waitiki River entlang nach Oamaru, wo wir in der Nähe die leckeren Käse direkt vom Hersteller verkosten konnten. Der Ort selbst hat einen sehr schönen Altstadtkern, wo die alten Sitten und Bräuche noch täglich zur Schau gestellt werden. Vom Historischen bis Freak Museum - alles ist hier zu finden.

Weiter an der Küste entlang erreicht man Dunedine, ein Stück Schottland am Ende der Welt, mit dem besonders sehenswerten Bahnhof von 1907 im flämischen Renaissance Stil errichtet, dem tollen Fußboden aus über 700 000 Mosaiksteinchen. Der Wohlstand wurde durch den Goldrausch um 1900 begründet. Dem Otago Museum sollte man auch einen Besuch abstatten. An der Küste schließt sich Otago Peninsula an, ein Vogelparadies, wo auch die Royal Albatrosse beheimatet sind.

Herrliche Küstenabschnitte folgen, bis es dann quer durchs Land, an Felsformationen vorbei, die wie eine Herde Elefanten aussehen, an die Westküste, dem "Fjordland" geht. Am Doubtful Sound machen wir einen Tagesausflug zum großen Wasser-Kraftwerk, welches mitten in den Berg gebaut wurde, und eine Fahrt auf dem Sound mit Seelöwen und vielen hohen Wasserfälle. Der Weg führte weiter zum bekannten Milford Sound mit dem tollen Track (Wanderweg), der mehrere Tage dauert.

Über Lake Wakatipu, wo auch Teile von Herr der Ringe gedreht wurde, schlängelt sich dann die Fahrt bei bestem Wetter nach Norden. Queenstown ein touristischer Ort mit vielen adrenalinfördernden Spielplätzen, wie mit dem Jet Boat durch die Felsschluchten heizen, Bungee Jumping etc. Gleich dahinter beginnt eines der guten Weinanbau Gebiete von NZ mit dem Goldgräberstädtchen Arrowtown. Die NZ Weine zählen heute mit zu den Besten der Welt.

Bei Lake Wanaka ist man dann auch schon vom Fjordland in die "Southern Alps" gekommen, dem Westland National Park mit Fox Gletscher und Franz Josef Gletscher, dieses Mal die Westseite vom Mount Cook. Der Namen des letzteren wurde nach einem österreichischen Geologen nach dem damaligen Österreichischen Kaiser Franz Josef benannt. Überall auf der Südinsel trifft man nicht nur die legendären Schafherden, oft nun auch Wild-/Reh-Farmen. Hauptabnehmer Deutschland.

Schöne Landschaften wechseln in kurzen Zeitabstände, und für so eine Reise ist ein Wohnmobil perfekt. Über Hokitika, einem idyllischen Städtchen auf Jade Verarbeitung spezialisiert, dem Geburtsort der "Altersversorgung", Charlston, kommt man zu den Blow Holes und den Pancake Rocks. Eine 30 Millionen Jahre alte Erosionslandschaft, deren Felsen an aufeinander gestapelte Pfannkuchen erinnern. Vorsicht, man beißt sich die Zähne aus. Weiter geht es zielstrebig nach Norden zum Abel Tasman Nationalpark mit dem grandiosen Track an der Küste entlang. Mehrere Tage Wandern sollte man einplanen.

Nelson gleich östlich daneben nennt sich die sonnenreichste Stadt NZ. Es ist die Heimat der Künstler und Lebenskünstler, leckere Weine gedeihen hier. Am NE Zipfel erreicht man Picton mit Fährverbindung zur Nord Insel. Auf dem Weg nach Christchurch sagen uns die Seelöwen bye bye, wir geben nach 6 Wochen das Wohnmobil ab und fliegen zurück nach Whangarei, um das Schiff startklar zu machen. Mitte Juni 2012 in Richtung Tonga, der Wärme entgegen. So langsam kommt der erste Frost, Südwinter.

Zusammenfassend kann ich sagen es war eine sehr ausgewogene Zeit nach der OP. Viel besser als in einem stupfsinnigen Sanatorium. Lach!
Ja, die Südinsel-Rundfahrt hat uns sehr gut gefallen, bei fast nur Traumwetter, was Freunde 2 Monate vorher nicht behaupten konnten, in 6 Wochen 5 Wochen Regen. Ein Wohnmobil in entsprechender Größe ist das beste Fortbewegungsmittel, tolle Stellplätze, wenn man die geforderten sanitären Anlagen eingebaut hat. Will man Gletscher sehen, ist man in Europa besser bedient. Jeder Schritt aufs Eis kostet und bedarf eines Führers. Ich glaube, dass man einen Großteil der Landschaften auch in Europa, eben auf grösserer Distanz von Norwegen bis zum Mittelmeer erleben kann. Alles was man in Reiseprospekte lesen kann, ist stets superlativ, weltbest.

Ja, die New Zealander lassen das Leben und die Arbeit ruhiger angehen als im hektischen Nord-Europa. Daher sollte man sich über günstige Stundenlöhne nicht zu früh freuen. Alles dauert entsprechend länger, und die Qualität lässt oft zu wünschen. In einem Fachmarkt wird man lange laufen müssen, um eine fundierte Auskunft zu erhalten. Oft habe ich das Gefühl Hilfskräfte ohne Fachkenntnisse, auch in Spezialgeschäften, träumen da vor sich hin. Jeder kann eine Firma gründen ohne besondere Fachkenntnisse, wenn's nicht klappt, Pech.

Trotz alledem mag ich das Land und die Menschen. Es erzeugt in einem nach gewisser Zeit Ruhe und Ausgeglichenheit sobald wir von unserer nordeuropäischen Mentalität etwas zurückrudern. Weniger wird auf's äußere Wert gelegt als auf innere Zufriedenheit.

Man geht mit seiner persönlichen Lebenszeit wohl besser um.

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© Dr. Michael Leppert